**Material und Regeln**

Hallo, Freunde des „Aufgelegtschießens“ mit dem Luftgewehr aller Altersklassen !!

Im einem der letzten Hefte des „Brandenburger Sportschützen“ berichtete ich darüber, daß die Schar der Schützen immer größer wird . Dies kann ich nach den letzten Turnieren nur bestätigen. Zudem steigen auch die Leistungen immer mehr an. Heute kann man mit 295 Ringen ( bei 30 Schuß ) kaum noch gewinnen. Mag auch mancher über die Auflageschützen lächeln und meinen, daß dies ja bei einer Auflage kein „Kunststück“ sei, so mußte mancher Spitzenschütze bald erkennen, daß dieser

Wettbewerb eine ernst zu nehmende Konkurrenz ist. Ich habe erlebt, daß Schützen, die eine Bestleistung (frei geschossen) von 396 Ringen hatten, in der Auflage nur auf „magere“ 290 Ringe in der Auflagedisziplin kamen.

Der Deutsche Schützenbund hat deshalb eine „weise“ Entscheidung getroffen, wenn er die Auflagedisziplin ab Altersklasse bis Senioren C ins Programm genommen hat.

Hier aktiviert er wieder viele Altersschützen, die aus gesundheitlichen Gründen dem Schießsport ade sagen wollten. Gerade aber die „Alten“ sind in unseren Vereinen die hauptsächliche Triebkraft. Es ist meine Überzeugung, daß die Zeit kommen wird, da der Deutsche Schützenbund auch für diese Disziplin eine „Deutsche Meisterschaft“ ausrichten wird. Bisher wird nach meiner Meinung das „Ältestenschießen“ der gestiegenen Anzahl der Schützen und der Leistungsexplosion nicht gerecht und es ist an der Zeit, über die Perspektiven dieser Disziplin nachzudenken. (Diese Zeit ist jetzt gekommen! Ab 2004 gibt es eine Deutsche Meisterschaft für die Auflageschützen mit dem Luftgewehr!!)

Es muß auch noch gesagt werden, daß eine genaue Regeldefinition bisher nicht vorliegt und deshalb bei Schützen und Veranstaltern viele Unklarheiten bestehen.

Bei den letzten Turnieren (BSB - Pokalturnier in Nauen und Seniorenturnier „Glienicker Herbst“) wurden unter den Schützen zahlreiche Diskussionen geführt und dabei festgestellt, daß es viele Unklarheiten über die Disziplin und die Voraussetzungen auf den Ständen gibt. Es ist traurig mit ansehen zu müssen, wie viele gute Leistungen verloren gehen und die Motivation bei Schützen schwindet, wenn sie keinen Erfolg haben. Hier möchte ich in Zukunft mithelfen, daß die Schar der „Auflageschützen“ noch größer wird und die Leistungen weiter steigen.

Aus meinem Konzept zur Gestaltung des Buches „Faszination der Ringe“ werde ich regelmäßig Themen aufgreifen, die den Auflageschützen und den Vereinen, die diesen Sport ernsthaft betreiben wollen, nützen können. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn die Leser des „Brandenburger Sportschützen“ mit Interesse

diese Beiträge verfolgen würden und mir Hinweise, Wünsche und Fragen übermitteln . Ich würde dann darauf eingehen. Zudem bin ich bereit, in Konsultationen Vereine und Schützen zu beraten. Heute geht es um die derzeit gültigen Regeln für die Auflage / Luftgewehr und das „optimale Material“.

Die stufenllos verstellbare Auflage sollte so gestaltet werden, daß sie dem Schützen ermöglicht, (ohne Auflösung des Anschlags) die Scheiben zu wechseln. Das Gewehr sollte auf der Auflage verbleiben können. Bei Seitenspannern wird dies sicher nicht möglich sein, da der Ladevorgang dies nicht so einfach ermöglicht. Bei Preßluftschützen geht dies aber problemlos und bringt viel Vorteile. Die Auflagefläche muß rund und glatt sein und darf keine Auskerbungen haben. Rutschhemmende Materialien sind nicht gestattet. Zu empfehlen ist Holz oder Rohr mit einem Durchmesser von 30 mm. Die Auflage sollte auch die Möglichkeit bieten, den größeren Schützen „ihre Höhe“ zu geben und auch für die sitzenden Schützen (ab Seniorenklasse C) muß die Auflage tief gestellt werden können. Der Knebel für die Verstellung der Auflage sollte über dem Tisch angebracht sein, damit der Schütze ohne „Verrenkung“ verstellen kann. Dazu werde ich Empfehlungen im Form einer Prinzipskizze in einer der nächsten Ausgaben geben . Ganz wichtig ist die Auflage als Grundvoraussetzung für eine gute Leistung und abwertende Diskussionen - es wird ja nur das Gewehr „draufgepackt“ - sind absolut fehl am Platze!

Aufgelegt03

Die Auflage darf mit der Hand weder „umgriffen“ (d.h. vor der Auflage) noch darf die Hand die Auflage berühren . Die Hand darf den Holzschaft erfassen oder in der Achselhöhle seinen Platz finden. Das Gewehr darf maximal mit allem Zubehör 5.500 gr. wiegen! Ein „Adlerauge“ mit 0.5 Dioptrien ist ab Altersklasse zulässig. Weitere Zielhilfsmittel sind nicht zugelassen. Eine Brille zählt nicht als Zielhilfsmittel!

Es darf mit voller Schießkleidung geschossen werden. Die Schußzeit beträgt 45 Minuten einschließlich der unbegrenzten Anzahl der Probeschüsse . Die Wettkampfschußzahl ist 30 Schuß. 10 Minuten vor Beendigung des Wettbewerbs muß der Schießleiter die verbleibende Schießzeit ansagen. Vor der Wettkampfzeit steht dem Schützen eine Vorbereitungszeit von 10 Minuten zu. Bei allen Störungen und Problemen ist der Schießleiter zu konsultieren. Die Scheiben dürfen nur in der Automatenhalterung betrachtet werden . Eine Analyse in der Hand mit betrachten der Schüsse ist nicht zulässig! Sicher gibt es noch viele Fragen zu beantworten, heute aber dazu die wichtigsten Regeln.

Nun zu dem optimalen Material

Natürlich kann man mit jedem Luftgewehr schießen, welches lt. Sportordnung zugelassen ist. Nicht jeder Sportfreund wird sich die optimale Technik anschaffen wollen und auch wegen der Kosten, auch nicht anschaffen können. Die optimale Ausrüstung - Gewehr und Zubehör, Schießkleidung , Brille und Schuhe haben einen guten Preis.

Meine Erfahrung aber lautet: Gutes hat seinen Preis... und das Teuerste ist das Beste !! Man kann sich ja das Material ständig komplettieren . Ich will hier das Material vorstellen, das ich verwende. Dabei muß ich hierzu sagen, daß ich mit dieser Ausrüstung an der Maximalringzahl von 300 Ringen angekommen bin.

Der leistungsorientierte Schütze braucht

Ein Preßluftgewehr, Adlerauge 0.5 Dioptrien, ein verstellbares Ringkorn (es gibt auch Alternativen dazu), eine Optik ( kurz ) mit 2 Polisationsfiltern und verstellbarer Öffnung, einen Auflagekeil. Handwerker können den Keil auch selbst herstellen (Sportordnung beachten!). Schießhose, Schießjacke oder Weste und Schießschuhe gehören zur Bekleidung, (dazu entsprechende Unterwäsche) Schießmütze und Ohrstöpsel werden oft gebraucht. Individuell sind dem Schützen keine Grenzen gesetzt. Ein jeder sollte entscheiden, was er will und was für ihn machbar ist. Wer sich aber mit Haut und Haaren der Disziplin verschrieben hat, der braucht das optimale Material, der braucht viel Wissen und ein entsprechendes Training.

Da werden sicher noch viele Tipps nötig sein und manches Gespräch wird das Verständnis fördern. Sicher sind noch viele Details zu erörtern und alles braucht seine Zeit. Werden Sie nie mutlos, denn auch in der Niederlage sind Sie siegreich! Befassen Sie sich mit unserer Disziplin - ich will versuchen Ihnen zu helfen. Man sieht sich bei Turnieren und hört voneinander.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und „Gut Schuß“!

Bodo A. Vötisch (Sportlehrer / Trainer der Sportschützen Glienicke)